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Unterschiedlich starke Farbschleier auf den Blechen nach der Eisenphosphatierung sind oft die Ursache für unterschiedliche Schichtdicken oder Nacharbeiten in der Pulverbeschichtung. Eine alternative bietet hier der Einsatz von Neutralreinigern. Erfahrungen bei einem Schweizer Hersteller von Büromöbeln und Lagereinrichtungen.
Wird die Eisenphosphatierung durch Neutralreiniger ersetzt, so erzielt man damit eine sauber gereinigte Blechqualität wie frisch ab Coil und hat dementsprechend weniger Nacharbeiten vor allem bei transparenter Beschichtung und hellen Farben. Bedingung für eine reibungslose Produktion ist eine saubere Badführung vorzugsweise über die Ultrafiltration und damit diese immer wirkungsvoll arbeitet, ein genaues Abstimmen von Membranwahl sowie dem sich daraus ergebenen Prozess und der Chemie.
Geschlossener Kreislauf
Bei der Lista AG, in Erlen, Arnegg und Degersheim, sind die Erfahrungen mit der Ultrafiltration durchwegs positiv. Als wesentlichen Vorteil betrachtet man dabei, dass das ganze System extrem Abwasserarm funktioniert. Warum wurde dass kein Verdampfer eingesetzt? Dazu Herr Stefan Lauckner von der Henkel Surface Technology Chemie: «Verdampfer sind eine tolle Variante für normale Anlagen, die bis zu rund 400 l/H verbrauchen. Da hier aber ein sehr hoher Volumenstrom benötigt wird, wäre ein Verdampfer mit entsprechender Leistung in Anschaffung und Betrieb viel zu teuer. Die geringen Abwassermengen, die beim hier eingesetzten System noch anfallen, sind vernachlässigbar.» Mit der Chemie aus Pratteln konnte auch das Problem der Mikroorganismen im Spülbad eliminiert werden es finden nur geringste Verkeimungen statt (pastöse Ablagerungen). Diese werden mit einem speziell konzipierten Sandbettfilter eliminiert.
Die Prozessbäder bei Lista laufen zur Aufbereitung zuerst über einen mechanischen Filter, um gröbere Verunreinigungen zu entfernen. Nachdem dies abgetrennt sind, erfolgt die Beschickung der Ultrafiltration. Die Reinigungslösung passiert die Membrane, wo Verunreinigungen hängen bleiben (Permeat = Wertstoff und Retentat = Rückstände).
Die Spülbäder müssen mit VE-Wasser betrieben werden, wobei die letzte Spüle einen Inhibitor ohne Haftminderung enthält (fleckenfrei). Da der Kreislauf ja fast vollständig geschlossen ist , halten sich die Kosten für das VE-Wasser in engen Grenzen und die Bad- und Spülwasserqualität ist konstant hoch. Dazu Walter Hochstrasser von der VP-Hottinger, Verfahrens- und Prozesstechnik in Spreitenbach: «Das erste Spülbad durchläuft eine Nano-Membran zum Abtrennen der organischen Fracht (Tenside), die in den Aktivbädern wiederverwendet werden können».
Das ganze System ist extrem wirtschaftlich nicht zuletzt auch wegen der nun möglichen, konstanten Farbschicht, die eine gleichbleibend hohe Beschichtungsqualität bewirkt, Nacharbeiten massiv reduziert und die Betriebskosten wesentlich senkt.
Viele Vorteile für den Anwender
Die Lista AG, führender Schweizer Hersteller von Büromöbeln und Lagereinrichtungen mit dem Hauptsitz in Erlen, ist von der Richtigkeit ihrer Wahl überzeugt. Dazu Hannes Specht: «Unsere Betriebskosten sind um Bereich der Beschichtung gesunken. Der Wasserverbrauch konnte reduziert werden. Da wir die Aktivbäder nur zweimal im Jahr tauschen um die Wannen zu reinigen, produzieren wir auch viel weniger Abwasser. Die Henkel-Chemie arbeitet gleichbleibend einwandfrei, sparsam und ist einfach zu handhaben. Die Zudosierung wird automatisiert. Zudem entstehen in der Kreislaufführung keine Ablagerungen, wie wir sie mit der Eisen-Phosphatierung immer wieder in den Pumpen feststellen. Transparente Pulverbeschichtungen sind problemlos möglich. Durch den Neutralreiniger entsteht absolut keine farbliche Veränderung der Metalloberfläche. Die Haftung ist einwandfrei, die Schichtstärke konstant wir sind wirtschaftlich, qualitativ und arbeitstechnisch rundum zufrieden. Und da wir keine Phosphatfracht im Abwasser aufweisen, ist selbst die Gemeinde froh über unsere Investition.»
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