Bessere Badqualität weniger Chemie
Die Bedeutung der Ultrafiltration bei der Badpflege in der Vorbehandlung nimmt ständig zu.
Zu Recht: Die Badqualität, in unserem Beispiel eine kombinierte Entfettung und Phosphatierung, ist im geschlossenen Kreislauf immer auf einem kontrolliert einwandfreien Niveau bei gleichzeitig massiv kleinerem Verbrauch an Chemikalien.
Der weltweit zweitgrösste Hersteller von Personen- und Warenliften, verarbeitet ausschliesslich Stahl in ihren Produkten. Bevor dieser Teile in der «Hausfarbe» RAL 7009 durch spritzen oder Tauchen grundiert werden, durchlaufen sie die vollautomatische oder manuelle Sprühbehandlung. Je nach Teilegrösse oder für die Decklackierung erfolgt die Beschichtung durch Tauchen oder manuelles Spritzen. Die Farbe trocknet in einem Umkehrofen bei rund 80°C während 30 Minuten.
Die Teilevielfalt ist enorm. Kleinteile an Sammelgehängen und Teile von Aufzugsböden bis zu 3 Meter Länge und 3 Metern Höhe wechseln sich in bunter Folge ab. Bunt ist zwar etwas übertrieben, ausser im Sinne von Henry Ford, der meinte: «Meinen Ford-T können Sie in jeder Farbe kriegen, solange es Schwarz ist...». Bei Aufzügen sind die Mehrheit der Teile, die im Endprodukt nicht mehr sichtbar sind und daher nur im erwähnten «Armeegrün» grundiert werden müssen. Bedingt durch die unterschiedlichen Abmessungen verwendet man in Ebikon neben der getakteten Durchlauf-Vorbehandlung auch eine offene Grosskabine für die manuelle Reinigung und Phosphatierung. Die Speisung beider Stationen erfolgt aus den Bädern der Durchlaufanlage. Als Spülung wird in beiden Linien VE-Wasser verbraucht, das ebenfalls in die Ultrafiltration gelangt.
Bevor man sich zur Installation der Ultrafiltration entschloss, entsorgte man das Vorbehandlungsbad alle 8 Wochen. Nicht die Entsorgungskosten gaben aber den Ausschlag, eine neue Lösung zu suchen. Problematisch war die mit zunehmender Gebrauchsdauer sinkende Badqualität heute ist diese konstant auf dem Stand eines neu angesetzten Bades.
Die von VP-Hottinger, Spreitenbach, und Henkel Surface Technology, Pratteln, konzipierte und realisierte Lösung überzeugte den Betreiber. «Fast alles läuft jetzt automatisch ab.» Erläutert der Meister der Beschichtungsabteilung. «Über Nacht füllt sich der zentrale Tank mit Osmosewasser (VE-Wasser) nach. Daraus verdünnen wir das Reinigungsbad und benutzen es als Spülwasser in beiden Linien. Alles wir über Niveausonden und Messgeräte kontrolliert und automatisch nachdosiert.»
Verbrauchte Lösung und Spülwasser gelangen aus beiden Linien nach der Grobfiltration über einen Papierbandfilter in einen Sammeltank. Öle und Fette werden über eine
UF-Anlage abgetrennt. Entfettungs- und Phosphatierchemikalien werden durch die Ultrafiltration nicht zurückgehalten. Das Resultat: Saubere Reinigungsflüssigkeit, die nur noch nachdosiert werden muss. Damit ist ein praktisch 100%-iger Nutzwert der Chemie gewährleistet.
«Im Vergleich zu früher, verbrauchen wir heute die Hälfte an Vorbehandlungschemikalien. Am wichtigsten ist aber die Qualität der Reinigung. Früher sank diese täglich ab. Heute ist sie stets so hoch wie früher am ersten nach dem Neuansatz.» Dank höherer Qualität, massiv sparsamerem Chemieeinsatz und reduziertem Abfallvolumen ist die Anlage nach 3 Jahren amortisiert und ist somit nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch ein Volltreffer.
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